Auch Nicht-Entscheiden ist eine Entscheidung
Wie du aufhörst, dein Leben vom Autopiloten bestimmen zu lassen
Hat das Leben überhaupt einen Sinn?
Diese Frage beschäftigt Menschen seit Jahrtausenden. Vielleicht hat unser Leben einen übergeordneten Sinn. Vielleicht gibt es keinen objektiven Sinn, sondern nur jenen, den wir selbst darin entdecken oder ihm geben?
Vielleicht müssen wir diese Frage auch gar nicht abschliessend beantworten.
Denn eines steht fest: Wir treffen jeden Tag Entscheidungen, die beeinflussen, wie wir unser Leben gestalten und erleben. Bewusst oder unbewusst.
Auch wenn du nicht entscheidest, entscheidest du
Wenn wir nicht bewusst entscheiden, wie wir leben möchten, überlassen wir diese Entscheidung häufig unseren Gewohnheiten, Prägungen und automatischen Reaktionsmustern.
Wir leben gewissermassen auf Autopilot.
Wir tun, was wir immer getan haben. Wir reagieren, wie wir es gelernt haben. Wir orientieren uns an Erwartungen, die wir vielleicht nie hinterfragt haben.
Vielleicht genügt eine kritische Bemerkung, und wir fühlen uns sofort angegriffen. Vielleicht ärgern wir uns stundenlang über das Verhalten anderer. Oder wir sagen Ja, obwohl wir eigentlich Nein meinen.
Solange wir diese Muster nicht erkennen, bestimmen sie zu einem grossen Teil unser Verhalten.
Und wir geben damit einen Teil unserer Selbstverantwortung ab. Wir geraten leichter in eine Opferperspektive, in der andere Menschen oder äussere Umstände darüber bestimmen, wie es uns geht.
Natürlich können wir nicht alles beeinflussen. Aber wir können lernen zu unterscheiden, was ausserhalb unseres Einflusses liegt und wo wir selbst Handlungsmöglichkeiten haben.
Zwischen Reiz und Reaktion liegt unsere Freiheit
Das bekannte Zitat von Viktor Frankl bringt es auf den Punkt:
„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“
Genau darin liegt für mich ein Schlüssel zu mehr innerer Freiheit.
Wenn ich mich ärgere, muss ich den Ärger nicht zwangsläufig weiter nähren. Wenn mich jemand kritisiert, muss ich mich nicht automatisch rechtfertigen.
Der erste Schritt ist, überhaupt wahrzunehmen, was gerade in mir geschieht.
„Ah, jetzt springt wieder mein altes Muster an.“
Diese bewusste Selbstbeobachtung schafft nach und nach Abstand zu unseren automatischen Reaktionen. Und mit diesem Abstand wächst die Möglichkeit, anders zu handeln.
Das braucht Übung, Geduld und einen wohlwollenden Umgang mit uns selbst.
Wenn ich sowieso entscheide – warum dann nicht bewusst?
Ich habe für mich eine Entscheidung getroffen:
Wenn ich ohnehin jeden Tag Entscheidungen treffe, möchte ich möglichst bewusst entscheiden, wie ich leben will.
Dafür brauche ich eine Orientierung. Und diese finde ich in meinen Werten.
Was ist mir wirklich wichtig? Wie möchte ich leben? Welcher Mensch möchte ich sein?
Dabei lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Viele unserer Werte und Überzeugungen haben wir unbewusst übernommen – aus unserer Familie, unserer Erziehung oder unserem gesellschaftlichen Umfeld.
Vielleicht haben wir gelernt, dass Leistung wichtiger ist als Wohlbefinden, dass wir es allen recht machen müssen oder dass Sicherheit immer Vorrang hat.
Doch entsprechen diese Vorstellungen wirklich dem, was uns heute wichtig ist?
Welche Werte möchte ich bewusst wählen, und welche übernommenen Überzeugungen schränken mich möglicherweise ein?
Werte als innerer Kompass
Nehmen wir an, einer deiner wichtigsten Werte ist innerer Frieden.
Dann kannst du beginnen, deine Gedanken, Entscheidungen und Handlungen daran zu überprüfen:
Führt mich dieser Gedanke in Richtung innerer Frieden oder verstärkt er meinen inneren Kampf?
Unterstützt mich mein Verhalten dabei, friedlicher mit mir und anderen umzugehen?
Was könnte ich in dieser Situation anders machen, um mehr in Übereinstimmung mit meinem Wert zu handeln?
Innerer Frieden bedeutet dabei nicht, unangenehme Gefühle zu unterdrücken, Konflikte zu vermeiden oder alles hinzunehmen. Manchmal braucht es gerade dafür ein klares Nein oder den Mut, Grenzen zu setzen.
Unsere Werte sind keine starren Regeln. Sie sind ein Kompass, der uns hilft, bewusster zu entscheiden, in welche Richtung wir gehen möchten.
Veränderung beginnt mit kleinen Schritten
Wenn wir erkennen, dass wir in manchen Bereichen nicht nach unseren Werten leben, müssen wir nicht gleich alles verändern.
Alte Muster haben sich oft über viele Jahre entwickelt. Sie verschwinden nicht von heute auf morgen.
Aber wir können beginnen, sie bewusster wahrzunehmen und Schritt für Schritt neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Und damit verändert sich nicht nur unser Verhalten. Es verändert sich möglicherweise auch, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, wie wir Situationen bewerten und wie wir unser Leben erleben.
Vielleicht beginnt ein sinnerfülltes Leben nicht damit, dass wir seinen Sinn finden. Sondern damit, dass wir Verantwortung dafür übernehmen, wie wir es leben möchten.
Wenn dich meine Gedanken angesprochen oder zum Nachdenken angeregt haben, freue ich mich, wenn du diesen Artikel mit Menschen teilst, denen er vielleicht ebenfalls einen wertvollen Impuls geben kann.
Möchtest du dein Leben bewusster nach deinen Werten gestalten?
Vielleicht möchtest du herausfinden, was dir wirklich wichtig ist, welche übernommenen Glaubenssätze dich einschränken und wie du alte Muster verändern kannst.
Im Coaching unterstütze ich dich dabei, deine Werte zu klären, hinderliche Muster zu erkennen und Schritt für Schritt mehr in Übereinstimmung mit dem zu leben, was dir wirklich entspricht.
In einem kostenlosen Erstgespräch können wir gemeinsam anschauen, was dich beschäftigt, was du verändern möchtest und wie ich dich auf diesem Weg unterstützen kann.





